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Donnerstag, 25. Januar 2007

Laufen

Auf die Frage, was mir beim Bund wohl am schwersten fallen würde, antwortete ich letztes halbes Jahr oft "das Laufen wird wohl die größte Herausvorderung".
Das hat sich auch als wahrheraus gestellt. Aber inzwischen merk ich, dass sich diese Herausvorderung sehr positiv auswirkt. Inzwischen ist es sogar so, dass ich mich freue, wenn wieder "Laufen in den Laufgruppen" auf dem Dienstplan steht.
Das Beste dabei ist, dass ich tatsächlich Fortschritte mache (obwohl ich immernoch nach den ersten paar Metern anfange zu hecheln wie ein Pferd). Um meine Fortschritte etwas zu dokumentieren, werde ich zukünftig meine "Laufergebnisse" hier posten:

17.1.07 6,8km ca. 50 min.

20.1.07 6,8km ca. 40 min.

25.1.07 3 km 15,42 min.

Ich glaube. alle Sportlehrer, die ich bis jetzt hatte, würden sich wundern (und auch Ich beginne mich zu wundern), was ich alles aus mir raus holen kann.

Dienstag, 23. Januar 2007

Frieren, Schwimmen, Singen.

Heute war der erste Tag mit Minusgraden hier an meinem Stützpunkt. Da freuten wir uns richtig, als wir bei der ABC-Ausbildung den "Overgamen" (eine spezielle Schutzkleidung zum überziehen) anziehen sollten, die sich als überraschend warm erwies.
Noch besser war natürlich die 1. Ausbildung zum MG3. Das war nämlich wie auch schon beim G36 eine Powerpoint und die war drinnen.
Am Vormittag stand dann Schwimmen aufm Dienstplan. War aber ziemlich unspecktakulär. Berürung mit Wasser wenn es hoch kommt grad mal 8 Minuten. Davon 5 min. 18 schwimmen (nämlich die Strecke von 200m), die restlichen 2 min. 42 waren duschen vor- und nachher.
Dabei durchaus erwähnenswert sind sie äusserst modischen knall blauen "Bade-Schlüppa". solch eine Badehose habe ich bestimmt seit 8 Jahren nicht mehr getragen. Andererseits hab ich auch schon hässlicherere Badehosen gesehn.
Heut Nachmittag stand dann eine "Kameradschaft und Disziplin vördernde Maßnahme" an. Gemeinsames Singen. Der Titel des Liedes ist "Infantrie". Es ist noch aus der Zeit des 1. Weltkrieg und so hörte es sich auch an. Dennoch muss ich sagen, dass es irgendwie nett ist das im Zug zu singen.
Zum Schluss erhielten wir noch unsere Dogtags. Die heisen in Deutschland jedoch Erkennungsmarken. Sie sehen leider auch nicht so cool aus, wie die der Amis, naja das ist hier ja keine Modenschau. :-)
Das solls für heute gewesen sein. ich werd jetzt noch etwas Musik hören und dann schlafen. Wer noch irgendwelche Fragen hat. z.B. den gesamten Text des Infanterieliedes haben will, der soll jetzt einen Komentar schreiben, oder für Immer schweigen.
Sie dürfen den OberFeldWebel jetzt küssen.

Sonntag, 7. Januar 2007

"Disziplin ist...

...ein Grundpfeiler der militärischen Gemeinschaft. Sie zeigt sich in gewissenhafter Pflichterfüllung, Gehorsam, Aufmerksamkeit und Selbstbeherrschung. Sie dient der Stärkung der Kampfkraft und ist eine Vorraussetzung für das Zusammenwirken der Kampgemeinschaft.
Die Gewöhnung an Leistung, Anstrengung und Entbehrung stärkt die Willenskraft der Soldaten und lässt sie Disziplin auch unter Belastung wahren. Nur eine disziplinierte Truppe hält den außergewöhnlichen Belastungen, denen sie im Einsatz ausgesetzt ist stand."
Quelle: HDv 214/100 Die JägergruppeDas steht auf einem "Merkblatt" das in unserem Flur an der Wand hängt.
In den letzten paar Tagen habe ich gemerkt, was man bei der Bundeswehr so leistet. Hier stehe ich jeden Tag um 4:30 Uhr auf, um genug Zeit zu haben um "mein Bett zu bauen" (nein, sowas wie Spannbettlaken gibts nicht. Dafür aber drei senkrechte Linien auf dem Laken, an dem der Vorgesetzte überprüfen kann, ob das Laken auch gerade ist). Wenn das Bett also gemacht ist, gehts weiter zur Körperreinigung. Ganz wichtig ist auch das tägliche Rasieren. Man darf zwar einen Bart haben, sich aber keinen wachsen lassen. Naja.
Wenn dann auch der Schrank ordentlich ist, wird der Feldanzug angelegt (und das ist garnicht soo einfach). Und dann beginnt der Soldaten-Tag mit Antreten vor den Stuben. Und weil viele (ich eingeschlossen) Probleme mit dem richtigen Anlegen des Feldanzuges haben, müssen wir oft bis zu 4 mal antreten bevor wir endlich zum Essen los maschieren können. (Das ist nebenbei garnicht soo schlecht, aber auch nicht außergewöhnlichen). Nachdem wir nach dem Essen wieder in unsere Kaserne zurückgekehrt sind (es ist ca. 6:30 Uhr und noch dunkel Draußen.) beginnen wir mit dem Revierreinigen. Jede Stube macht ihr Zimmer sauber (d.h. u.a. fegen, Boden wischen und Fenster putzen.) und reinigt ein ihr zugewiesenes Revier. Zum Beispiel den Flur, die Dusche oder in meinem Fall das Treppenhaus. Wenn wir damit fertig sind, ist es meist immer noch dunkel und das bringt mich jedesmal ziemlich durcheinander. Mein Zeitgefühl hat sich im Moment total verabschiedet. Das ganze Spielchen wiederhoheln wir dann meist am Abend nochmal, wenn es schon wieder Dunkel ist, was mein Zeitgefühl noch mehr irrietiert.
Außer Putzen steht auf dem Dienstplan oft Unterricht. Sowohl theoretischer (z.B. Soldatengesetz) als auch praktischer Unterricht (z.B. Formaldienst; dort lernt man, wie man richtig maschiert.) Auch Sport hatten wir inzwischen zweimal. Wir waren zweimal laufen. Einmal 2,5km (der Lauf war schlimm) und gestern eine Art Coopertest. In 15 min. Auf der 400m-Bahn so viele runden wie möglich laufen (ich bin 4 oder 5 gelaufen). Unsere Gruppenleiter (die Herren Oberfeldwebel) wollen uns unteranderem damit in Leistungsgruppen einteilen, um uns besser trainieren zu können. Morgen gehts auch weiter mit dem "Physikal-Fitness-Test" (statt wie es bisher im Dienstplan stand mit praktischen Schießübungen mit dem G36). Darum werde ich meinen etwas ausführlicheren Bericht nun erstmal beenden und ein andermal über unsere Leistungen und unsere Entbehrungen berichten. Ich hoffe ihr fandet meinen Bericht interessant und schreibt mir einen Komentar oder zwei, was euch gefallen hat und was euch noch interessieren würde. Ich werde jetzt etwas meine kostbare Freizeit nutzen.